Jugend und Gesundheit – kein Thema?

Jugendliche haben mit Gesundheit wenig im Sinn. Auf dem Höhepunkt ihrer körperlichen Entwicklung strotzen sie vor Energie. Die Zukunft ist jetzt. Mögliche Konsequenzen ihres Verhaltens scheinen noch Ewigkeiten entfernt.

Mädchen gehen mit ihrem Körper häufig füsorglicher um. Ihrer Ernährung und ihrem Körper schenken sie mehr Beachtung. Jungen definieren sich eher über Kraft und Muskeln. Für sie spielt die Gesundheit die zweite Geige.

Wissenschaftliche Studien zeigen (Link Wissenschaftsdossier Fend): Das Verhalten im Jugendalter nimmt entscheidenden Einfluss auf die spätere Gesundheit. Mangelhafte Ernährung, wenig Bewegung, Rauchen und Alkoholkonsum: Dieses Verhalten in jungen Jahren wirft lange biografische Schatten. Übergewicht, Herz-Kreislauf-Störungen oder Diabetes können Folgeerkrankungen sein.

Die Themen: subjektiv bedeutsam

Wie – mit welchen Themen und Methoden – lassen sich Jugendliche mit Gesundheitsbotschaften erreichen? ScienceKids für die Sekundarstufe muss sich dieser Herausforderung stellen.

Die Perspektive der am Projekt beteiligten Wissenschaftler legen nahe: Themen und Methoden müssen zu den Interessen und Entwicklungsaufgaben der Jugendlichen passen. Der Bezug zum eigenen Alltag entscheidet über die Chancen zum Erfolg. Was objektiv wichtig ist, muss subjektiv bedeutsam sein.

Für die Gesundheitsthemen der Sekundarstufe I stand zunächst die Entwicklung von neuen und originären Zugängen im Vordergrund. Die bestehenden Themenknoten der Primarstufe sollten eine „Brücke“ finden, die Jugendliche in ihrem Alltag auch anspricht. Diese „Brennpunkte“ sind dabei herausgekommen:

  • Ich & Mein Körper („Den eigenen Körper bewohnen lernen“, Körperbild und Körperkult)
  • Ich & Die anderen (Leben in der Clique, Selbstbehauptung, Anerkennung)
  • Ich & Die Alten (Familie und Abgrenzung)
  • Ich & Meine Orientierung (Werte, Ziele)
  • Ich & Starke Gefühle (Risiko, Liebe, Stress …)

In einem zweiten Schritt haben wir diese Themenknoten mit den Inhaltsbausteinen der Primarstufe verbunden. Bringen Lehrpersonen beispielsweise die Themen „Wasser und Wirkstoffe“ und „Ich & Die anderen“ zusammen, dann können „Trendgetränke“ hierfür ein spannendes Bindeglied sein: Schülerinnen und Schüler untersuchen hier die Zusammensetzung der Getränke und ihre Wirkung auf den Körper. „Getränke in der Werbung“ oder „Trinken und Gruppendruck“ sind Zugänge, die in den Lebenswelten von Jugendlichen eine wichtige Rolle spielen.

Die Methoden: Ereignis – Erlebnis – Erkenntnis

Für die Motivation von Jugendlichen können handlungsorientierte Methoden der Schlüssel zum Erfolg sein. Über persönliche Erlebnisse und Erfahrungen können Gesundheitsthemen richtig spannend und interessant werden.

Erlebnispädagogen beschreiben diesen Lernweg so: Aus Ereignissen werden Eindrücke. Aus Eindrücken werden Erlebnisse. Diese Erfahrungen führen dann zu Erkenntnissen. Jugendliche „be-greifen“ auf diese Weise „von unten nach oben“. Ihre Wissbegierde ergibt sich aus der Situation und setzt Lernmotivation frei.

ScienceKids ist keine monotone Wissensvermittlung im Einbahnstraßenprinzip. Die Themen stellen das eigene Erleben und die Aneignung persönlicher Erfahrungen in den Vordergrund.

ScienceKids setzt daher verstärkt auf erlebnis- und medienpädagogische Methoden. Sie bilden eine ideale Variation des herkömmlichen Unterrichts. Schülerinnen und Schüler können mit modernen Medien (etwa Videoproduktion, Bildbearbeitung oder Trickfilm) „ihre“ Themen auf attraktive Weise bearbeiten.

Auch für andere Themen und Fächer sind die erlebnis- und medienpädagogischen Methoden eine nützliche praktische Hilfe.

Gesundheit in der Schule

Auch die Sekundarstufe braucht kein eigenes Fach „Gesundheit“. Die Bildungspläne aller weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg bieten vielfältigste Anknüpfungspunkte für Gesundheitsbotschaften. Immer handlungsorientiert und alltagsnah: Einzelne Themen lassen sich mit vielfältigen Zugängen in unterschiedlichen Fächern und Fächerverbünden behandeln.

Das Thema „Stress“ (aus dem Themenknoten „Sinne & Wahrnehmung“) passt dann zum Thema Biologie, wenn Schülerinnen und Schüler beispielsweise ihre Körperreaktionen in Stresssituationen (Angst, Schweiß, Zittern …) beobachten.

Der Fachbereich „Kunst oder Musik“ ermöglicht einen anderen Zugang: Mit kleinen Videoproduktionen lassen sich Alltagsbeispiele zum Thema „Stress“ inszenieren. Der Sportunterricht macht den Stress über gezielte Entspannungsübungen zum Thema. Sie lassen sich anschließend auch auf den eigenen Alltag übertragen.

Wie in der Primarstufe passen die Module für die Sekundarstufe I in den Regelunterricht. Sie lassen sich darüber hinaus im Rahmen von Projekttagen oder Arbeitsgemeinschaften und im Angebot der Ganztagsschulen einsetzen.

Guter Unterricht

Mit den Lehr- und Lernmaterialien von „ScienceKids: Kinder entdecken Gesundheit“ haben Sie als Lehrkraft und Schule viele Vorteile:

  • Anregungen für forschenden, entdeckenden Unterricht
  • gut ausgearbeitete Materialien mit vielen Checklisten und Arbeitsblättern
  • Ausbildung der Gesundheitskompetenz Ihrer Schülerinnen und Schüler
  • Gesundheitsprofil für Ihre Schule
  • fächerübergreifender Unterricht mit Ihren Kolleginnen und Kollegen
  • Lernangebote für Regelunterricht, Projekttage und -wochen sowie Arbeitsgemeinschaften (AGs)
  • Fortbildungsmöglichkeiten vor Ort in Ihrer Schule
  • wissenschaftlich erarbeitete und erprobte Materialien
  • moderne Methoden der Erlebnis- und Medienpädagogik für den Umgang mit der Zielgruppe der Heranwachsenden